Zwischen zwei Videocalls schnell Gemüse dünsten, während im Nebenzimmer der Hunger ansagt: Beikost im Homeoffice hat bei mir anfangs für ordentlich Chaos gesorgt. Der Kalender kannte keine Stillpausen und mein Kind kannte keine Meetings. Mittlerweile habe ich ein paar Routinen gefunden, die den Tag deutlich ruhiger machen.
Die Grundlagen zum Start mit breifreier Beikost habe ich hier zusammengefasst.
BLW im Detail
Vorkochen ist der größte Hebel
Wer im Homeoffice arbeitet, hat unter der Woche selten zwanzig freie Minuten am Stück. Deshalb koche ich sonntags einmal groß vor. Gemüsesticks, weich gekochte Kartoffeln und Nudeln landen portionsweise in kleinen Dosen. Morgens muss ich dann nur noch kurz erwärmen. Das klingt banal, hat bei uns aber den größten Unterschied gemacht.
Rezepte mit wenigen Zutaten sind dafür ideal. Genau darauf ist mein 5-Zutaten BLW Kochbuch ausgelegt, weil im Alltag niemand Zeit für aufwendige Zubereitungen hat.
Mahlzeiten an den Kalender koppeln
Ich lege die Beikostmahlzeit bewusst in eine feste Lücke und blocke diese Zeit im Kalender. Sie taucht dort auf wie jeder andere Termin. Kolleginnen sehen nur „nicht verfügbar“, und ich muss nicht jedes Mal neu verhandeln. Beikost braucht Ruhe und Aufmerksamkeit, nebenbei am Laptop funktioniert es schlicht nicht.
- Feste Slots blocken: zwei bis drei Zeitfenster reichen meist völlig aus.
- Puffer einplanen: Beikost dauert länger als gedacht, besonders am Anfang.
- Calls danach legen: ein satt gewordenes Baby ist deutlich entspannter.
Stillpausen sind dein gutes Recht
Viele wissen das nicht: In Deutschland haben stillende Arbeitnehmerinnen laut Mutterschutzgesetz Anspruch auf bezahlte Stillzeit, in der Regel zweimal täglich eine halbe Stunde. Das gilt auch im Homeoffice, und es muss nicht nachgearbeitet werden. Die genauen Regelungen findest du in Paragraf 7 des Mutterschutzgesetzes. Im Zweifel lohnt eine Nachfrage bei der Personalabteilung. Ich habe das damals viel zu spät erfahren und mir unnötig Stress gemacht. Sprich früh mit deiner Führungskraft darüber, dann klappt die Planung für beide Seiten besser.
Die Erwartung an dich selbst herunterschrauben
An manchen Tagen gibt es einfach Banane und Brot statt einer warmen Mahlzeit. Das ist okay. Beikost im ersten Jahr dient dem Kennenlernen von Geschmack und Konsistenz, die Hauptnährstoffe liefert weiterhin die Milch. Wenn ein Tag im Homeoffice untergeht, holt dein Kind das ohne Probleme wieder auf.
Ein zweiter Essplatz spart Wege
Bei uns steht ein einfacher Hochstuhl direkt in Sichtweite des Arbeitsplatzes. So kann ich in der Pause füttern lassen, ohne durch die halbe Wohnung zu laufen. Ein abwaschbares Tuch darunter erspart mir jedes Mal das gründliche Wischen. Kleine Dinge, die im Tagesablauf viel ausmachen.
Fazit: Struktur schlägt Perfektion
Beikost im Homeoffice funktioniert, wenn du vorkochst, feste Zeitfenster blockst und deine Rechte kennst. Perfekt ausgewogene Mahlzeiten an jedem Arbeitstag sind kein realistisches Ziel, und sie sind auch nicht nötig. Entscheidend ist, dass ihr beide entspannt durch den Tag kommt.
➡️ Praktische Tipps für Beikost unterwegs findest du in meinem großen Urlaubsguide.
Und dann kommt der Urlaub
Ich arbeite immer mal wieder im Homeoffice, freue mich dann aber umso mehr auf den Urlaub. Interessanterweise wird Beikost auf Reisen oft einfacher statt schwieriger, weil der Terminkalender wegfällt. Wie das konkret aussieht, habe ich in einer eigenen Serie beschrieben: vom Flug mit Babynahrung über den Einkauf im Auslandsurlaub und BLW beim Campen bis hin zu Beikost bei Hitze und dem Umgang mit Jetlag.
Meine Bücher für Tage mit wenig Zeit
Wer BLW neben dem Job stemmt, braucht vor allem Struktur und schnelle Rezepte. Der Baby-Led-Weaning-Fahrplan gibt dir den roten Faden für den Start, das 5-Zutaten BLW Kochbuch liefert die passenden Rezepte dazu. Und falls es zwischendurch doch ein Löffel Brei sein darf, findest du in BLW mit ein bisschen Brei genau dafür 80 Rezepte.