Beikost heißt nicht, dass Milch aufhört. Das ist der Satz, den ich am häufigsten sage, und der am häufigsten überrascht. Im ersten Lebensjahr bleibt Muttermilch oder Pre-Nahrung die Hauptnahrung deines Babys. Alles, was auf dem Teller landet, kommt zusätzlich dazu. Erst nach und nach dreht sich das Verhältnis um.
Wie das bei uns aussah
In den ersten Wochen mit fester Nahrung hat mein Sohn fast nichts gegessen. Sie hat Gurke zerdrückt, an Brot gelutscht, Karotte durch die Küche geworfen. Getrunken hat sie genau wie vorher. Das war kein Problem, sondern der normale Verlauf. Rund um den achten, neunten Monat fiel dann die erste Stillmahlzeit weg, ohne dass ich etwas dazu tun musste. Sie hatte einfach keinen Hunger mehr darauf.
Gegen Ende des ersten Jahres waren wir bei drei Mahlzeiten am Tisch und zwei bis drei Milchmahlzeiten. Das ist kein Plan, den man abarbeitet, sondern eine Beobachtung im Rückblick. Bei anderen Kindern geht es schneller oder deutlich langsamer.
Vor oder nach dem Essen stillen?
Am Anfang habe ich vorher gestillt. Ein sattes Baby hat Ruhe zum Ausprobieren, ein hungriges wird schnell frustriert, weil Essenlernen dauert. Später, als die Mahlzeiten größer wurden, habe ich das gedreht und erst essen lassen, dann gestillt. Es gibt dafür keine feste Regel, du merkst am Verhalten deines Kindes ziemlich schnell, was gerade passt.
Wenn plötzlich weniger gegessen wird
Das kommt vor, oft während eines Wachstumsschubs, beim Zahnen oder wenn ein Infekt anrollt. Dann steigt der Milchbedarf wieder, und die feste Nahrung tritt in den Hintergrund. Ich lasse das zu, statt gegenzusteuern. Wie ich mit solchen Phasen umgehe, steht in Wenn dein Baby plötzlich nichts mehr isst.
Beikost und Berufsalltag
Sobald Arbeit dazukommt, wird die Frage praktischer: Wann passt eine Milchmahlzeit, wann eine feste? Dazu habe ich einen eigenen Beitrag geschrieben, Beikost im Homeoffice.
➡️ Wann welche Lebensmittel dazukommen, findest du Schritt für Schritt in meinem Baby-Led-Weaning-Fahrplan.

➡️ Sobald zusätzlich Wasser dazukommt, stellt sich die Frage nach dem Becher. Dazu habe ich Trinkflasche für unterwegs geschrieben.