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Ist mein Baby bereit für Beikost? Die drei Reifezeichen

Ist mein Baby schon bereit für Beikost? Diese Frage bekomme ich fast so oft wie die nach der richtigen Trinkflasche. Die ehrliche Antwort: Das Alter allein sagt wenig aus. Ich schaue lieber auf drei körperliche Zeichen, die mir zuverlässiger sagen, ob es losgehen kann.

Diese Reifezeichen gelten übrigens unabhängig davon, ob du mit Brei, breifrei oder einem Mix starten willst. Bei den meisten Babys treffen sie irgendwann zwischen dem fünften und siebten Monat zu, bei manchen früher, bei anderen später.

Das Wichtigste auf einen Blick:

✓ Nicht das Alter deines Babys zählt, sondern drei körperliche Zeichen.
✓ Dein Baby sitzt stabil und hält den Kopf sicher.
✓ Die Augen-Hand-Mund-Koordination funktioniert.
✓ Der Zungenstreckreflex lässt spürbar nach.

Reifezeichen 1: Stabiles Sitzen

Dein Baby sollte den Kopf sicher halten und mit etwas Stütze aufrecht sitzen können, ohne nach vorne oder zur Seite wegzusacken. Das ist wichtig, damit Essen und Trinken sicher in den Rachen gelangen und nicht in die Luftröhre. Warum ich deshalb auch von Hochstuhl im Wippe oder Autositz abrate, habe ich in Keine Beikost in Wippe oder Autositz genauer aufgeschrieben.

Reifezeichen 2: Augen-Hand-Mund-Koordination

Kann dein Baby etwas mit den Augen fixieren, gezielt danach greifen und es selbst zum Mund führen? Das ist genau die Bewegung, die es später braucht, um Fingerfood selbst zu essen. Vorher landet meistens mehr auf dem Boden als im Mund, das ist normal und gehört zum üben.

Reifezeichen 3: Der Zungenstreckreflex lässt nach

Kleine Babys schieben mit der Zunge automatisch alles wieder heraus, was in den Mund kommt, das ist ein Schutzreflex. Du kannst testen, ob dieser Reflex nachlässt, indem du sanft einen sauberen Finger auf die Unterlippe legst. Schiebt dein Baby ihn reflexartig weg, ist der Reflex noch aktiv. Lässt er nach, kann dein Baby Essen im Mund behalten statt es automatisch wieder rauszubefördern.

Was ich mache, wenn nur zwei von drei Zeichen da sind

Ich warte. Alle drei Zeichen zusammen zeigen, dass Mund, Verdauung und Motorik so weit sind, feste Nahrung sicher zu verarbeiten. Fehlt eines, probiere ich es einfach ein, zwei Wochen später noch einmal. Ein genaues Datum auf dem Kalender bringt hier nichts, dein Baby zeigt es dir.

Clara’s Tipp

Erst wenn alle drei Zeichen zusammen da sind, ist dein Baby wirklich bereit, nicht schon bei ein oder zwei davon.

Und dann?

Sind alle drei Zeichen da und zeigt dein Baby Interesse am Essen, kann es losgehen. Wie ich die ersten Wochen aufbaue, welche Konsistenzen sicher sind und was ich anfangs anbiete, steht in meinem BLW-Ratgeber.

Clara Beck, ausgebildete Beikostberaterin

Über die Autorin

Clara Beck ist ausgebildete Beikostberaterin, Mama von zwei Kindern und Autorin mehrerer Beikost-Ratgeber und Kochbücher. Auf Instagram begleitet sie täglich tausende Eltern beim Beikoststart und beantwortet in regelmäßigen Fragerunden die häufigsten Fragen rund um Baby-led Weaning, Beikost und Familienernährung. Ihr Ziel ist es, wissenschaftlich fundiertes Wissen verständlich und alltagstauglich zu vermitteln.

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