Mit dem Beikoststart stellen sich viele Eltern dieselbe Frage: Was dürfen Babys nicht essen? Die gute Nachricht ist, dass die Liste der ungeeigneten Lebensmittel deutlich kürzer ist, als viele vermuten. Die meisten frischen und unverarbeiteten Lebensmittel dürfen Babys bereits ab der Beikostreife kennenlernen – unabhängig davon, ob du mit Babybrei oder Baby-led Weaning (BLW) startest.
Einige Lebensmittel solltest du im ersten Lebensjahr jedoch meiden oder nur in angepasster Form anbieten. In diesem Artikel erfährst du, welche Lebensmittel für Babys ungeeignet sind, warum das so ist und worauf du beim Beikoststart achten solltest.
Wenn du gerade mit der Beikost startest und dir einen klaren, wissenschaftlich fundierten Leitfaden wünschst, begleitet dich mein Baby Led Weaning Fahrplan Schritt für Schritt durch die ersten Monate – von den Reifezeichen über geeignete Lebensmittel bis hin zu über 70 alltagstauglichen Rezepten.
Was dürfen Babys im ersten Lebensjahr nicht essen?
Grundsätzlich dürfen Babys bereits ab der Beikostreife viele verschiedene Lebensmittel kennenlernen. Es gibt jedoch einige Ausnahmen, die im ersten Lebensjahr vermieden oder nur eingeschränkt angeboten werden sollten.
Dazu gehören:
- Honig und Ahornsirup
- Rohe Eier
- Rohes Fleisch
- Roher Fisch
- Rohmilch und Rohmilchprodukte
- Alkohol
- Koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energy-Drinks
- Stark gesalzene Lebensmittel
- Stark gezuckerte Lebensmittel
- Ganze Nüsse
- Stark verarbeitete Fertigprodukte und Fast Food
Viele dieser Lebensmittel bergen ein erhöhtes Risiko für Infektionen, enthalten zu viel Salz oder Zucker oder können leicht verschluckt werden. Die gute Nachricht: Die Liste der Lebensmittel, die Babys essen dürfen, ist deutlich länger. Mit frischem Gemüse, Obst, Kartoffeln, Getreide, Hülsenfrüchten, Fleisch, Fisch und gut durchgegarten Eiern kann dein Baby bereits sehr abwechslungsreich essen.
Mein Tipp als Beikostberaterin
Viele Eltern machen sich unnötig Sorgen, etwas „Falsches“ anzubieten. Tatsächlich sind nur wenige Lebensmittel im ersten Lebensjahr wirklich tabu. Viel wichtiger ist eine abwechslungsreiche Ernährung mit möglichst frischen und wenig verarbeiteten Lebensmitteln.
Falls ihr gerade erst mit der Beikost beginnt, empfehle ich dir meinen ausführlichen Baby-led-Weaning-Ratgeber. Dort erfährst du alles Wichtige rund um Beikostreife, geeignete Lebensmittel und den sicheren Einstieg in die Familienkost.
Darf ein Baby Honig essen?
Nein. Honig sollte im gesamten ersten Lebensjahr nicht gegeben werden. Er kann Bakteriensporen enthalten, die bei Säuglingen Säuglingsbotulismus auslösen können. Da Darmflora und Immunsystem in diesem Alter noch nicht vollständig entwickelt sind, können sich diese Keime vermehren und schwerwiegende Erkrankungen verursachen.
Auch Ahornsirup, Agavendicksaft oder andere Sirupe sind für Babys nicht notwendig und sollten möglichst vermieden werden. Sie liefern hauptsächlich Zucker und fördern die Gewöhnung an einen süßen Geschmack.
Darf ein Baby Salz essen?
Babys benötigen nur sehr wenig Salz. Viele Lebensmittel enthalten bereits von Natur aus Natrium, sodass zusätzliches Salzen nicht notwendig ist. Zu viel Salz kann die noch unreifen Nieren belasten.
Bereite Familiengerichte deshalb möglichst ohne Salz zu und würze die Portionen der Erwachsenen erst am Tisch nach. So kann dein Baby problemlos mitessen und lernt den natürlichen Geschmack der Lebensmittel kennen.
Darf ein Baby Zucker essen?
Auch zugesetzter Zucker ist im ersten Lebensjahr nicht empfehlenswert. Gesüßte Lebensmittel liefern viele Kalorien, aber kaum wertvolle Nährstoffe. Außerdem können sie dazu führen, dass sich Babys früh an einen sehr süßen Geschmack gewöhnen.
Verzichte deshalb möglichst auf Süßigkeiten, Kekse, gesüßte Frühstücksflocken, Softdrinks, gezuckerte Desserts und Fruchtjoghurts mit Zuckerzusatz. Natürlicher Zucker aus Obst ist dagegen völlig unproblematisch und darf selbstverständlich Bestandteil einer abwechslungsreichen Beikost sein.
Wenn du nach einfachen Rezepten ohne zugesetzten Zucker suchst, findest du in meinem Buch „BLW mit Brei – Die sanfte Kombination für den Beikoststart“ zahlreiche alltagstaugliche Ideen für die ganze Familie.
Darf ein Baby rohe Eier essen?
Nein. Rohe oder nicht vollständig durchgegarte Eier können Salmonellen enthalten und sollten deshalb im ersten Lebensjahr nicht angeboten werden.
Verzichte daher auf Speisen wie:
- selbstgemachte Mayonnaise
- Tiramisu
- Mousse au Chocolat mit rohem Ei
- weiche Frühstückseier
- rohen Keksteig mit Ei
Gut durchgegarte Eier dürfen Babys hingegen bereits ab der Beikostreife essen. Sie liefern hochwertiges Eiweiß und wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12, Cholin und Jod. Außerdem gehören Eier zu den häufigen Allergenen und müssen nach aktuellem Wissensstand nicht vorsorglich gemieden werden.
Darf ein Baby rohes Fleisch oder rohen Fisch essen?
Nein. Rohes Fleisch, Rohwurst und roher Fisch können Krankheitserreger wie Salmonellen, Listerien oder Parasiten enthalten. Deshalb sollten diese Lebensmittel im ersten Lebensjahr grundsätzlich nicht auf dem Speiseplan stehen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Mett
- Tatar
- Carpaccio
- Salami
- Sushi mit rohem Fisch
- Räucherlachs
- Austern und andere rohe Meeresfrüchte
Fleisch und Fisch sollten für Babys immer vollständig durchgegart sein. Richtig zubereitet liefern sie wertvolle Nährstoffe wie Eisen, Zink, Jod und Omega-3-Fettsäuren und können daher regelmäßig Teil einer ausgewogenen Beikost sein.
Mein Tipp als Beikostberaterin
Viele Eltern verzichten aus Unsicherheit komplett auf Fisch. Dabei liefert insbesondere fettreicher Seefisch wichtige Omega-3-Fettsäuren und Jod. Wichtig ist lediglich, dass der Fisch vollständig gegart und grätenfrei angeboten wird.
Welche Fette dein Baby zusätzlich benötigt und welche Öle sich besonders gut für Brei oder Baby-led Weaning eignen, erfährst du in meinem Artikel Welches Öl ist das beste für Babys?.
Sind Rohmilchprodukte für Babys geeignet?
Nein. Rohmilch und Produkte aus Rohmilch können schädliche Keime wie Listerien enthalten. Für Erwachsene sind diese meist unproblematisch, für Babys können sie jedoch schwere Infektionen verursachen.
Verzichte deshalb im ersten Lebensjahr auf:
- Rohmilch
- Rohmilchkäse
- Produkte mit dem Hinweis „aus Rohmilch hergestellt“
Pasteurisierte Milchprodukte sind deutlich sicherer und können – je nach Produkt – Bestandteil einer ausgewogenen Beikost sein.
Darf mein Baby Kuhmilch trinken?
Kuhmilch sollte im ersten Lebensjahr nicht als Getränk gegeben werden. Sie enthält deutlich mehr Eiweiß und Mineralstoffe, als Babys in diesem Alter benötigen, und ist deshalb kein Ersatz für Muttermilch oder Pre-Nahrung.
Zum Kochen oder Backen darf Kuhmilch jedoch in kleinen Mengen verwendet werden, beispielsweise für:
- Kartoffelpüree
- Pfannkuchen
- Porridge
- Aufläufe
- Milchbrei
Als Hauptgetränk bleiben Muttermilch oder Pre-Nahrung im ersten Lebensjahr die beste Wahl.
Du möchtest mehr über Kuhmilch, Hafermilch und andere Pflanzendrinks erfahren? Dann lies auch meinen ausführlichen Ratgeber Kuhmilch oder Pflanzenmilch für Babys – was ist beim Beikoststart erlaubt?.
Welche Lebensmittel können leicht verschluckt werden?
Einige Lebensmittel sind grundsätzlich erlaubt, sollten aber unbedingt an das Alter und die Fähigkeiten deines Babys angepasst werden. Besonders runde, harte oder glatte Lebensmittel können leicht die Atemwege verschließen und stellen deshalb ein erhöhtes Verschluckungsrisiko dar.
Dazu gehören beispielsweise:
- Weintrauben
- Heidelbeeren
- Kirschen
- Cocktailtomaten
- Oliven
- ganze Nüsse
- rohe Möhren
- Popcorn
Diese Lebensmittel sollten je nach Sorte geviertelt, zerdrückt, fein gerieben oder gegart angeboten werden. Ganze Nüsse sollten Babys im ersten Lebensjahr grundsätzlich nicht erhalten, da sie leicht eingeatmet werden können. Nussmus ohne Zucker oder Salz ist dagegen eine sichere Alternative und eignet sich hervorragend für die Beikost.
Mein Tipp als Beikostberaterin
Beim Baby-led Weaning ist nicht das Lebensmittel selbst entscheidend, sondern die richtige Zubereitung. Weintrauben, Heidelbeeren und Cocktailtomaten solltest du immer längs vierteln. Harte Gemüsesorten wie Möhren oder Kohlrabi werden zunächst gegart oder fein gerieben angeboten.
Wenn du unsicher bist, wie einzelne Lebensmittel sicher angeboten werden, findest du in meinem Buch „Baby’s erste 100 Lebensmittel“ eine praktische Übersicht über geeignete Lebensmittel für den Beikoststart sowie Platz zum Dokumentieren aller bereits probierten Lebensmittel.
Darf mein Baby Fast Food oder Fertigprodukte essen?
Fast Food und stark verarbeitete Fertigprodukte sind für Babys nicht geeignet. Sie enthalten häufig große Mengen an Salz, Zucker, ungünstigen Fetten und verschiedenen Zusatzstoffen. Gleichzeitig liefern sie meist nur wenige wertvolle Nährstoffe.
Dazu gehören unter anderem:
- Pommes und frittierte Speisen
- Burger
- Pizza mit viel Salz
- Instantgerichte
- Chips und Knabberartikel
- stark verarbeitete Wurstwaren
Greife stattdessen möglichst zu frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln. Oft lassen sich beliebte Familiengerichte ganz einfach babygerecht zubereiten, indem auf zusätzliches Salz verzichtet und die Lebensmittel altersgerecht geschnitten werden.
Du möchtest Baby-led Weaning und Brei flexibel kombinieren? Dann findest du in meinem Buch BLW mit „ein bisschen“ Brei über 80 einfache Rezepte sowie viele praktische Tipps für einen entspannten Beikostalltag.
Was darf mein Baby trinken?
Zu Beginn der Beikost benötigt dein Baby meist noch keine zusätzlichen Getränke, da Muttermilch oder Pre-Nahrung den Flüssigkeitsbedarf weitgehend decken. Mit zunehmender Beikostmenge wird Wasser jedoch immer wichtiger.
Geeignet sind:
- Wasser
- ungesüßter Kräutertee in kleinen Mengen
Nicht geeignet sind:
- Softdrinks
- Energy-Drinks
- Kaffee
- schwarzer Tee
- stark gezuckerte Säfte
Fruchtsaft sollte – wenn überhaupt – nur selten und stark verdünnt angeboten werden. Wasser bleibt auch nach dem ersten Geburtstag das beste Getränk für Kinder.
Suchst du nach einfachen, schnellen Familiengerichten ohne komplizierte Zutatenlisten? Dann wirf einen Blick in mein 5-Zutaten BLW Kochbuch. Alle Rezepte sind alltagstauglich, babygerecht und mit wenigen Zutaten zubereitet.