Ei gehört zu den Lebensmitteln, die beim Beikoststart früh dazukommen dürfen. Roh allerdings nicht. Der Unterschied entscheidet darüber, ob ein sehr gutes Beikostlebensmittel zu einem Risiko wird. Ich gehe hier durch, warum das so ist, wo überall rohes Ei drinsteckt und woran ich erkenne, dass ein Ei wirklich durch ist.
Warum rohes Ei für Babys nicht geeignet ist
Der Grund heißt Salmonellen. Diese Bakterien sitzen auf der Schale und können ins Innere gelangen. Bei Erwachsenen führt eine Infektion meist zu ein paar unangenehmen Tagen. Bei Säuglingen ist das anders: Das Immunsystem ist noch unreif, die Flüssigkeitsreserven sind klein, und der Durchfall entzieht dem Körper schnell Wasser. Genau deshalb raten Fachgesellschaften bei Kindern unter einem Jahr konsequent von rohem und weichgekochtem Ei ab.
Es geht dabei nicht um Statistik, sondern um Konsequenz. Salmonellen sieht und riecht man nicht. Ein Ei kann äußerlich einwandfrei sein und trotzdem belastet. Deshalb ist Durchgaren keine Vorsichtsmaßnahme für den Zweifelsfall, sondern der Normalfall.
Ab wann darf mein Baby überhaupt Ei essen?
Ei darf ab Beikostreife auf den Tisch, also üblicherweise ab etwa sechs Monaten, sobald dein Baby die drei Reifezeichen zeigt. Früher war die Empfehlung, Ei möglichst spät einzuführen. Das hat sich gedreht. Heute gilt: Ei früh und regelmäßig anbieten senkt eher das Risiko für eine Eiallergie, als es zu erhöhen. Dasselbe Prinzip gilt bei Nüssen.
Wichtig ist nur die Zubereitung. Gegart ja, roh nein. Und Eigelb und Eiweiß gemeinsam, es gibt keinen Grund, nur das Gelb anzubieten.
Woran erkenne ich, dass ein Ei durchgegart ist
Die Faustregel: Eiweiß und Eigelb müssen beide fest sein. Kein flüssiger Kern, kein glasiger Rand.
- Gekochtes Ei: etwa 8 bis 10 Minuten ab kochendem Wasser, dann ist das Gelb komplett fest und mehlig.
- Rührei: so lange rühren, bis nichts mehr glänzt oder feucht wirkt. Cremiges Rührei ist noch nicht durch.
- Omelett und Pfannkuchen: beide Seiten durchbacken, in der Mitte darf nichts mehr flüssig sein.
- Gebackenes im Ofen: Stäbchenprobe, es darf nichts kleben bleiben.
Clara’s Tipp
Wenn du unsicher bist, ob das Rührei durch ist, gib ihm noch dreißig Sekunden. Zu festes Rührei ist ein Texturproblem, zu weiches ein Sicherheitsproblem.
Wo überall rohes Ei drinsteckt
Das ist der Punkt, den ich am häufigsten erklären muss. Die meisten denken bei rohem Ei an das Frühstücksei. Die eigentlichen Stolperfallen sind andere:
- Tiramisu und andere Löffeldesserts
- Mousse au Chocolat
- Selbstgemachte Mayonnaise, Aioli und Remoulade
- Selbstgemachtes Speiseeis
- Caesar Dressing
- Roher Kuchen- und Keksteig, auch nur zum Naschen vom Löffel
- Zabaione und Eierlikör-Cremes
- Spiegelei mit weichem Gelb
- Weichgekochtes Frühstücksei
Industriell hergestellte Mayonnaise aus dem Supermarkt ist übrigens meist mit pasteurisiertem Ei produziert und damit unproblematisch. Trotzdem ist sie wegen Salz und Fett kein Beikost-Kandidat. Was sonst noch nicht auf den Teller gehört, habe ich in der Übersicht was Babys nicht essen dürfen gesammelt.
Ei beim Kindergeburtstag und im Restaurant
Hier wird es praktisch. Am Buffet weiß ich nicht, was in der Nudelsalat-Sauce steckt oder ob das Dessert rohes Ei enthält. Meine Regel: Wenn ich nicht weiß, wie es zubereitet wurde, bekommt es mein Baby nicht. Das klingt streng, spart aber Diskussionen. Mehr dazu steht im Artikel über BLW auf dem Kindergeburtstag. Im Ausland kommt dazu, dass Eier je nach Land unterschiedlich gelagert und behandelt werden, dazu habe ich im Auslandsurlaub-Artikel mehr geschrieben.
Wie ich Ei anbiete
Ein hartgekochtes Ei in Spalten geschnitten ist für Babys erst greifbar, wenn der Pinzettengriff sitzt. Vorher funktioniert Ei besser eingebaut: als Omelettstreifen, in Pfannkuchen, in Muffins oder Waffeln. Bei meinen Gemüse-Waffeln und den Gemüse-Muffins ist das Ei durch das Backen sicher durchgegart und gleichzeitig gut greifbar. Auch der Erdnuss-Blaubeer-Frenchtoast funktioniert nach dem Prinzip.
Ei ist ein guter Eisenlieferant und liefert hochwertiges Eiweiß. Warum Eisen beim Beikoststart so wichtig ist, steht im Artikel zu Vitamin D und Eisen. Weitere Rezepte mit Ei findest du in meiner Rezeptsammlung ab sechs Monaten.